

MEINE THEMEN
Beyond routine – Portraits und figürliche Darstellungen
Mich interessieren die Prozesse, die wie Nebengeschehen parallel zu den gewohnten, alltäglichen Vorgängen im Vordergrund passieren, zwischen Menschen und in den Menschen. Das kann so weit gehen, dass das frei Erspürte irritiert und sich sogar konträr zu den offensichtlichen Geschehen oder Verhaltensweisen aufstellt.
Besonders gern halte ich in Portraits Momente fest, in denen ein innerer, noch suchender Vorgang sichtbar wird (ein unverfälschter unbewachter natürlicher Moment), so dass im Glücksfall die Aussage über die bloße Ähnlichkeit der Gesichtszüge hinausgeht - im Sinne des „narrativen Portraits“. Beispiel dafür das Bildnis von der fast 100-jährigen Frau Völker, die dauernd an Ihre bereits verstorbene Schwester denken muss und in ihrer Phantasie weit weg ist.
Für Zustände besonderer Art wurde ich nicht zuletzt durch meine langjährige Tätigkeit als Krankenschwester sensibilisiert; das Bewusstsein der Begrenztheit unseres Lebens lässt Momente feiern, in denen ein „Mehr“ spürbar wird, z.B. in der Darstellung von in den Tanz vertieften oder im Sprung befindlichen Personen, bei denen besondere Energien freiwerden. Die emotionelle Entladung in „Grauzeit“ entstand während der sehr leidvoll und restriktiv erlebten Zeit der Corona Pandemie. Das Gesicht wird zur Projektionsfläche für bunte Lichtreflexionen und innere Bewegung bei ansonsten monoton grauer Umgebung.
Insbesondere die „Beyond“- Bildserie widmet sich bruchstückhaft seelischen Sonderzuständen, die nicht wirklich kommunikativ auszuwerten sind – und doch oder gerade deshalb kommt Ihnen eine eigenständige, fast aufdringliche, sich dem Betrachter nicht voll erschließende Wertigkeit zu.
Reflexion of inner processes – Abstrakte Bilder:
Manchmal lösen auch Texte und Gedichte pictorale Assoziationen in mir aus, wie „Erdleben“: "Das Erdleben ist von Träumen erfasst…,äußerlich Unwahrscheinliches nimmt sich als Zuverlässiges aus" (Oksi Weil). Lehmige, lichte, teils eingetrübte Farbtöne, die – von links nach rechts „gelesen“ - mit kontrastreicheren größeren Elementen für markante Ereignisse im jungen und mittleren Lebensalter stehen, in einem eher monotonen letzten Drittel für das ruhigere Alter, das Manches verschwimmen und milder sehen lässt, im negativen Fall auch zu einer vergessenden Einheitssuppe werden kann. Für einige abstrakte Bilder gab die Schizophrenie-Erkrankung unseres Sohnes Anstoß („Denkstörung“, „vergessener Traum“) oder der Verlust von drei ungeborenen Babys in direkter Folge („The unborn ones“).
Nebenthemen - Stillleben, Landschaften:
Die Vorliebe für Transparenz und Zartheit findet sich meist auch in Stillleben und Landschaftsdarstellungen wieder: Ästhetisch aufgereihte transparente Glasformen - ähnlich wie bei Morandi - in einer einfachen reduzierten Räumlichkeit angeordnet.
An Landschaftsdarstellungen interessieren mich vor allem die Aspekte wie Weite, Wolken und Lichtsituation.
Für mich ist der Prozess der Konkretisierung einer Idee, der Akt der allmählichen Bildentstehung eine große kreative und beflügelnde Anstrengung, für den ich Zeit benötige. Manchmal viel Zeit... Der Begriff des "slow painting" trifft auf meine Vorgehensweise in vollem Umfang zu. Je nach Thema bediene ich mich unterschiedlichster Techniken und ordne zugunsten individueller Darstellung und dem Erproben neuer Methoden bislang den Wunsch nach einem wiedererkennbaren Stil unter.
